Logistik der Zukunft zum Anfassen: Robotik, E-Lkw und neue Energielösungen

Rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen am 29. September in der Urban Tech Republic zusammen, um Robotik, alternative Antriebe, Battery Swapping und neue Energielösungen nicht nur zu diskutieren, sondern praktisch zu erleben.

Wie sieht die Logistik der Zukunft aus – und welche Lösungen sind schon heute praxistauglich? Dieser Frage widmete sich die Veranstaltung „Logistik der Zukunft: Robotik, alternative Antriebe & Elektrifizierung“ der AG Smart & Green Logistics des LogistikNetzes Berlin-Brandenburg (LNBB).

Karsten Tews, Leiter der AG Smart & Green Logistics und LNBB-Vorstand für Marketing, führte als Moderator durch die Veranstaltung.

Gemeinsam mit der Berliner Agentur für Elektromobilität (eMO) und der Wirtschaftsförderung Berlin-Brandenburg (WFBB) brachte das LNBB am 29. September Unternehmen, Technologieanbieter und Fachleute aus der Logistik in der Urban Tech Republic am ehemaligen Flughafen Tegel zusammen.

Technologie zum Anfassen

Der Nachmittag startete mit Praxisbeispielen aus der Intralogistik. Björn Hacker von KUKA zeigte, welche Möglichkeiten mobile Robotik angesichts steigender Anforderungen und des Fachkräftemangels bietet. Tobias Roes von Jungheinrich gab anschließend Einblicke in aktuelle Entwicklungen bei mobilen Robotern.

Wie sich neue Energielösungen direkt im Transport einsetzen lassen, zeigte Christoph Sekura von MOVOLTA am Beispiel eines Unitax-Trailers. Vorgestellt wurde eine Lösung zur Nachrüstung von Kühl-Lkw mit ultraleichten Solarmodulen.

Auch außerhalb der Vorträge gab es viel zu entdecken: Vier Zugmaschinen von Renault Trucks, Volvo Trucks und Mercedes-Benz sowie Robotiklösungen von Jungheinrich, KUKA und Horn & Görwitz machten alternative Antriebe und Automatisierung unmittelbar erlebbar.

Vom Battery Swapping bis zur Ladeinfrastruktur

In vier Breakout-Sessions ging es anschließend um die praktische Umsetzung. Diskutiert wurden Robotik, Batteriewechselsysteme, alternative Antriebe und Energieträger sowie Energiespeicher und Ladeinfrastruktur.

Dabei stand weniger die reine Technologie im Mittelpunkt als die Frage, wie sich neue Lösungen sinnvoll in bestehende Betriebsabläufe integrieren lassen. Welche Anwendungen sind bereits heute möglich? Wo liegen die wirtschaftlichen und organisatorischen Herausforderungen? Und was brauchen Unternehmen, um aus einer technischen Innovation eine funktionierende Lösung für die Praxis zu machen?

Was braucht resiliente Logistik?

Mit dem Resilienz Hub stellte Jan Seitz von der TH Wildau zudem eine Initiative der TH Wildau und LNBB vor, die den Blick auf die Widerstandsfähigkeit von Logistiksystemen richtet. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Unternehmen auch bei veränderten Rahmenbedingungen und Störungen handlungsfähig bleiben können. Der Resilienz Hub soll dafür einen Rahmen schaffen, in dem Unternehmen gemeinsam Szenarien betrachten, Herausforderungen identifizieren und Lösungsansätze entwickeln.

Die größte Hürde liegt nicht nur in der Technik

In der abschließenden Podiumsdiskussion wurden die Eindrücke des Nachmittags zusammengeführt. Dabei ging es um eine zentrale Frage: Was bremst die Umsetzung neuer Technologien derzeit stärker – Kosten, Infrastruktur, Regulierung, fehlende Fachkräfte oder die Technologie selbst?

Auch die Rolle des Menschen in einer zunehmend automatisierten Logistik wurde diskutiert. Denn neue Technologien verändern nicht nur Prozesse, sondern auch Aufgaben, Qualifikationen und Organisationsstrukturen.

Beim anschließenden Networking konnten die Gespräche vertieft und die ausgestellten Fahrzeuge und Technologien noch einmal aus nächster Nähe betrachtet werden.

Die Veranstaltung machte deutlich: Die Logistik der Zukunft ist längst keine reine Zukunftsvision mehr. Viele der notwendigen Technologien sind bereits verfügbar. Die entscheidende Aufgabe besteht darin, sie wirtschaftlich, organisatorisch und sinnvoll in die Praxis zu bringen.

Ein besonderer Dank gilt Karsten Tews, der die Veranstaltung gemeinsam mit dem Kernteam über viele Monate vorbereitet, inhaltlich geprägt und als Moderator durch den Nachmittag geführt hat.

Ein herzlicher Dank gilt allen Referenten, Ausstellern und Partnern sowie insbesondere Kim Urbanke und Reinhausen GmbH für die Gastfreundschaft und Organisation in der Urban Tech Republic.